Gehhilfen sind Vorrichtungen, die Menschen mit unsicherem Gang unterstützen. Sie werden daher bei Einschränkungen der Gehfähigkeit und bei erhöhter Sturzgefährdung verwendet. Der Sammelbegriff Gehhilfe umfasst den Rollator genauso wie Gehstock, Krücken und Vierfuß. Da es doch recht viele unterschiedliche Varianten gibt, bieten wir hier einen Überblick.

Arten von Gehhilfen

Ein Überblick über die wichtigsten Arten von Gehhilfen und ihren Einsatzzweck:

Gehstock

Der Gehstock ist wohl die bekannteste Gehhilfe und auch die älteste. Verschiedene Ausführungen unterscheiden sich neben dem Material vor allem in der Form des Griffs. Moderne Varianten sind häufig in der Länge verstellbar. Für die Verwendung im Innenbereich sind Gehstöcke mit rutschfesten Gummikappen ausgestattet. Häufig kann für die Verwendung im Freien zusätzlich eine Kralle oder ein Dorn ausgeklappt werden. Für Gehstöcke ohne Kralle kann eine solche Eiskralle oder Schneekralle meistens als Zubehör nachgerüstet werden.

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Krücken oder Einarmgehstütze

Auf die Einarmgehstütze (auch Unterarmgehstütze oder Krücke genannt) kann ein höherer Anteil des Körpergewichts abgestützt werden als auf einen einfachen Gehstock. Ein horizontaler Griff nimmt dabei das Gewicht auf, während die Unterarmstütze für Stabilität und gute Seitenführung sorgt. Bei Verwendung zweier Krücken kann eine Seite (Bein und Hüfte) auch völlig entlastet und geschont werden.

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Zubehör für Gehstöcke und Krücken

Für Gehstöcke und Krücken gibt es Zubehör, das auch bei Eisglätte und Schnee einen sicheren Halt verschafft. Ein Aufsatz, die Eiskralle, verhindert z.B. ein Wegrutschen der Gehhilfe. Trotzdem sollten Sie unbedingt auf geeignetes Schuhwerk achten. Bei Glätte sollten Sie die Schuhe zusätzlich mit Schuhspikes (auch Schuhkrallen genannt) versehen. Diese Schuhkrallen sind leicht anzubringen und vermindern die Sturzgefahr bei Glätte erheblich. Nach der Verwendung können Schuhspikes wieder einfach abgenommen werden.

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Vierfuß oder Vierfußgehhilfe

Der Vierfuß ist im Wesentlichen ein Gehstock, der jedoch in vier einzelne Füße ausläuft. Der Vierfuß bietet daher eine gewisse Kippstabilität und kann einfach abgestellt werden. Er ist jedoch deutlich schwerer als ein normaler Gehstock.

Der Vierfuß eignet sich nur für den Einsatz auf ebenen Oberflächen und wird daher hauptsächlich im Innenbereich verwendet.

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Rollator

Rollatoren bestehen aus einem Gestell (Rohrrahmen, häufig Stahl, bei modernen Leichtrollatoren Aluminium oder auch Carbon) und verfügen über vier Räder. Zwei Räder sind dabei lenkbar. Im angelsächsischen Raum heißt der Rollator auch Walker. Mitunter wird der Begriff auch bei uns verwendet.

Bei dieser Art von Gehhilfe sind zwei höhenverstellbare Handgriffe und meistens auch zwei Bremsen vorhanden, so dass Sie mit dem Rollator besonders sicher manövrieren können. Viele Rollatoren sind zudem klappbar und können ohne fremde Hilfe verstaut und wieder entfaltet werden.

Voraussetzung für die Verwendung eines Rollators ist die Belastbarkeit beider Beine. Durch das Abstützen des Oberkörpers mit den Armen entlasten Sie beim Gehen Becken und Hüftgelenke. Der Rolator ist dem Delta-Gehrad in Bezug auf Stabilität und Kippsicherheit überlegen. Die meisten Rolatoren verfügen über eine integrierte Sitzfläche. Der Benutzer kann sich so jederzeit setzten und ist nicht auf andere Sitzgelegenheiten, etwa zum Ausruhen, angewiesen.

Gehwagen

Eine etwas allgemeinere Kategorie, meist werden als Gehwagen Gestelle mit vier Rädern bezeichnet, von denen wenigstens zwei lenkbar sind. Varianten mit vier lenkbaren Rädern können auf der Stelle wenden.

Unter der Bezeichnung Gehwagen werden zumeist Gehbehelfe verstanden, die nur im Innenbereich eingesetzt werden und häufig Trainingszwecken dienen (Gehtraining nach Krankheit oder Verletzung, Reha).

Delta Gehrad (Delta-Dreirad)

Ähnlich wie ein Rollator konstruiert, verfügt ein Delta-Dreirad* jedoch nur über ein lenkbares Vorderrad. Diese Bauform bietet daher konstruktionsbedingt eine deutlich geringere Kippsicherheit als ein vierrädriger Rollator.

Gehgestelle und Gehrahmen

Rohrgestelle, in der Regel mit vier rutschfesten Füßen versehen. Zum Gehen werden Gehgestelle leicht angehoben und vorgeschoben, woraufhin der Benutzer sich abstützt und einen Schritt vor macht. Gehgestelle können auch über zwei Räder verfügen, so dass sie beim Vorschieben nicht völlig entlastet werden müssen.

Eine spezielle Form stellen reziproke Gehrahmen dar. Bei diesen sind die beiden Seiten gegeneinander beweglich, so dass immer nur eine Seite vorgeschoben wird, worauf ein Schritt mit dem Bein auf dieser Seite folgt.

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Empfehlung für eine Gehhilfe

Eine konkrete Empfehlung für eine bestimmte Gehhilfe hängt immer von der vorliegenden Problematik und dem konkreten Einsatzzweck ab. Eine allgemeine Empfehlung kann es daher nicht geben, da die Wahl zwischen diesen Varianten von vielen individuellen Faktoren abhängt und auf den Benutzer abgestimmt sein sollte.

Die Verwendung einer Gehhilfe erhöht die Sicherheit, reduziert die Sturzgefahr und erhält die Selbständigkeit. Durch die verbesserte Mobilität kann mehr Bewegung im Alltag gemacht werden mit den entsprechenden positiven Effekten für das Herz-Kreislaufsystem und die Beweglichkeit.

Mitunter bringt die Verwendung eines einfachen Gehstocks bereits einen ausreichenden Sicherheitsgewinn und genügt als Unterstützung beim Gehen. Bei stärkeren Einschränkungen der Gehfähigkeit oder des Gleichgewichtssinns (Schwindelgefühl) können andere Gehhilfen wie Einarmgehstütze, Vierfuß oder Rollator die passende Lösung darstellen.