Kategorie-Archiv: Gehhilfen

Gehhilfen: Informationen, Tipps, Tests, Vergleiche

Welche Arten von Gehhilfen gibt es?

Gehhilfen sind Vorrichtungen, die Menschen mit unsicherem Gang unterstützen. Gehhilfen werden bei Einschränkungen der Gehfähigkeit und bei erhöhter Sturzgefährdung verwendet. Der Sammelbegriff Gehhilfe umfasst den Rollator genauso wie Gehstock, Krücke und Vierfuß. Wir bieten einen Überblick.

Arten von Gehhilfen

Ein Überblick über die wichtigsten Arten von Gehhilfen und ihren Einsatzzweck:

  • Gehstock: Der Gehstock ist wohl die bekannteste Gehhilfe und auch die älteste. Verschiedene Ausführungen unterscheiden sich neben dem Material vor allem in der Form des Griffs. Moderne Varianten sind häufig in der Länge verstellbar. Für die Verwendung im Innenbereich sind Gehstöcke mit rutschfesten Gummikappen ausgestattet. Häufig kann für die Verwendung im Freien zusätzlich eine Kralle oder ein Dorn ausgeklappt werden. Für Gehstöcke ohne Kralle kann eine solche meist als Zubehör nachgerüstet werden.
  • Krücke oder Einarmgehstütze: Auf die Einarmgehstütze (auch Unterarmgehstütze oder Krücke genannt) kann ein höherer Anteil des Körpergewichts abgestützt werden als auf einen einfachen Gehstock. Ein horizontaler Griff nimmt das Gewicht auf während die Unterarmstütze für Stabilität und gute Seitenführung sorgt. Bei Verwendung zweier Krücken kann eine Seite (Bein und Hüfte) auch völlig entlastet und geschont werden.
  • Zubehör für Gehstöcke und Krücken: Für Gehstöcke und Krücken gibt es Zubehör, das auch bei Eisglätte und Schnee einen sicheren Halt verschafft. Ein Aufsatz, die Eiskralle, verhindert ein Wegrutschen der Gehhilfe. Trotzdem sollte unbedingt auf geeignetes Schuhwerk geachtet werden. Bei Glätte sollten die Schuhe zusätzlich mit Schuhspikes (auch Schuhkralle genannt) versehen werden. Diese Schuhkrallen sind leicht anzubringen und vermindern die Sturzgefahr bei Glätte erheblich. Nach der Verwendung können Schuhspikes wieder einfach abgenommen werden.
  • Vierfuß oder Vierfußgehhilfe: Der Vierfuß ist im Wesentlichen ein Gehstock, der jedoch in vier einzelne Füße ausläuft. Der Vierfuß bietet daher eine gewisse Kippstabilität und kann einfach abgestellt werden. Er ist jedoch deutlich schwerer als ein normaler Gehstock. Der Vierfuß eignet sich nur für den Einsatz auf ebenen Oberflächen und wird hauptsächlich im Innenbereich verwendet.
  • Rollator: Rollatoren bestehen aus einem Gestell (Rohrrahmen, häufig Stahl, bei modernen Leichtrollatoren Aluminium) und verfügen über vier Räder, zwei davon lenkbar. Weiters sind bei dieser Art von Gehhilfe zwei höhenverstellbare Handgriffe und auch zwei Bremsen vorhanden, so dass mit dem Rollator besonders sicher manövriert werden kann. Viele Ausführungen sind klappbar und können ohne fremde Hilfe verstaut und wieder entfaltet werden. Voraussetzung für die Verwendung eines Rollators ist die Belastbarkeit beider Beine. Durch das Abstützen des Oberkörpers mit den Armen werden beim Gehen Becken und Hüftgelenke entlastet. Der Rolator ist dem Delta-Gehrad in Bezug auf Stabilität und Kippsicherheit überlegen. Die meisten Rolatoren verfügen über eine integrierte Sitzfläche. Der Benutzer kann sich so jederzeit setzten und ist nicht auf andere Sitzgelegenheiten, etwa zum Ausruhen, angewiesen.
  • Gehwagen: Eine etwas allgemeinere Kategorie, meist werden als Gehwagen Gestelle mit vier Rädern bezeichnet, von denen wenigstens zwei lenkbar sind. Varianten mit vier lenkbaren Rädern können auf der Stelle wenden. Unter der Bezeichnung Gehwagen werden zumeist Gehbehelfe verstanden, die nur im Innenbereich eingesetzt werden und häufig Trainingszwecken dienen (Gehtraining nach Krankheit oder Verletzung).
  • Delta Gehrad (Delta-Dreirad): Ähnlich wie ein Rollator konstruiert, verfügt ein Delta-Dreirad jedoch nur über ein lenkbares Vorderrad. Diese Bauform bietet konstruktionsbedingt eine deutlich geringere Kippsicherheit als ein vierrädriger Rollator.
  • Gehgestelle und Gehrahmen: Rohrgestelle, in der Regel mit vier rutschfesten Füßen versehen. Zum Gehen werden Gehgestelle leicht angehoben und vorgeschoben, woraufhin der Benutzer sich abstützt und einen Schritt vor macht. Gehgestelle können auch über zwei Räder verfügen, so dass sie beim Vorschieben nicht völlig entlastet werden müssen. Eine spezielle Form stellen reziproke Gehrahmen dar. Bei diesen sind die beiden Seiten gegeneinander beweglich, so dass immer nur eine Seite vorgeschoben wird, worauf ein Schritt mit dem Bein auf dieser Seite folgt.

Empfehlung für eine Gehhilfe

Eine konkrete Empfehlung für eine bestimmte Gehhilfe hängt immer von der vorliegenden Problematik und dem konkreten Einsatzzweck ab. Eine allgemeine Empfehlung kann es daher nicht geben, da die Wahl zwischen diesen Varianten von vielen individuellen Faktoren abhängt und auf den Benutzer abgestimmt sein sollte.

Durch die Verwendung einer Gehhilfe wird die Sicherheit erhöht, die Sturzgefahr reduziert und die Selbständigkeit erhalten. Durch die erhöhte Mobilität kann mehr Bewegung im Alltag gemacht werden mit den entsprechenden positiven Effekten für das Herz-Kreislaufsystem und die Beweglichkeit.

Mitunter bringt die Verwendung eines einfachen Gehstocks bereits einen ausreichenden Sicherheitsgewinn und reicht als Unterstützung beim Gehen. Bei stärkeren Einschränkungen der Gehfähigkeit oder des Gleichgewichtssinns können andere Gehhilfen wie Einarmgehstütze, Vierfuß oder Rollator die passende Lösung darstellen.